Der Start in der Kita (Vorbereitung bis Eingewöhnung)
Die Zeit bis zum Start in der Kita erleben Eltern als wohl intensivste ihres Lebens. Der Eintritt in die Kindertagesstätte (Kita) markiert einen bedeutenden Meilenstein im Leben eines Kindes und seiner Familie. Für viele Kinder ist es der erste Schritt in eine neue Welt außerhalb des vertrauten Zuhauses, und für Eltern bedeutet es oft eine emotionale und organisatorische Herausforderung. In diesem Blog-Beitrag möchte ich die verschiedenen Aspekte der ersten Zeit in der Kita beleuchten, von den Vorbereitungen über die Eingewöhnungsphase bis hin zu den ersten Erfahrungen und Entwicklungen.
Vorbereitungen vor dem Kita-Besuch

Die Entscheidung, das Kind in eine Kindertagesstätte zu geben, fällt nicht immer leicht. Eltern stehen vor vielen Fragen: Welche Einrichtung passt am besten zu unserem Kind? Wie sieht der Tagesablauf aus? Welche pädagogischen Konzepte werden angewendet? Um einen guten Start zu gewährleisten, ist es wichtig, sich frühzeitig zu informieren und verschiedene Einrichtungen zu besuchen. Ein persönlicher Eindruck und Gespräche mit Leitung und/oder Erziehern kann helfen, die richtige Wahl zu treffen. Teilweise hat man allerdings auch keine Wahl und muss sein Kind in die Kindertagesstätte der eigenen Gemeinde geben. Gerade auf Dörfern ist dieses der Fall. Es gibt in der Regel eine Einrichtung für einen oder mehrere Orte und an diese ist man gebunden.
Darüber hinaus sollten Eltern ihr Kind behutsam auf den Kita-Besuch vorbereiten. Dabei kann es helfen, gemeinsam Bilderbücher über den Kindergarten zu lesen, Spielzeug für die Kita auszusuchen oder den Tagesablauf spielerisch zu erklären. Auch das Üben kleiner Trennungen, etwa durch kurze Aufenthalte bei Freunden oder Verwandten, kann den Übergang erleichtern.
Die Eingewöhnungsphase: Ein behutsamer Start

Die Eingewöhnung ist eine besonders sensible Phase, in der das Kind lernt, sich an die neue Umgebung und die neuen Bezugspersonen zu gewöhnen. In vielen Kitas wird heute das sogenannte „Berliner Eingewöhnungsmodell“ angewendet, bei dem die Eltern zunächst gemeinsam mit dem Kind die Einrichtung besuchen und dann nach und nach die Anwesenheit der Eltern reduziert wird.
Diese Phase kann unterschiedlich lange dauern – von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen – und sollte stets an die Bedürfnisse des einzelnen Kindes angepasst werden. Geduld und Einfühlungsvermögen seitens der Erzieher und Eltern sind hier besonders wichtig, um dem Kind Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln. In der Regel ist es auch sehr von Vorteil, wenn die Kinder gerade zu Beginn eine emotionale Begleitung von Zuhause dabei haben. Das kann ein kleines Kuscheltier, ein Fotoalbum oder auch ein kleines Spielzeug sein.
Emotionale Herausforderungen für Kinder und Eltern
Der Abschied von den Eltern fällt vielen Kindern anfangs schwer. Gefühle wie Angst, Unsicherheit oder Traurigkeit sind normal und zeigen, wie wichtig die Bindung zu den Bezugspersonen ist. Eltern können ihr Kind unterstützen, indem sie konsequent und liebevoll bleiben, klare Verabschiedungsrituale etablieren und dem Kind zeigen, dass sie es bald wieder abholen werden.
Auch für Eltern ist die erste Zeit oft emotional belastend. Das Loslassen fällt schwer, und es können Sorgen um das Wohlbefinden des Kindes oder die Qualität der Betreuung aufkommen. Gespräche mit den Erziehern und der Austausch mit anderen Eltern können hier helfen, Ängste abzubauen und das Vertrauen in die neue Situation zu stärken. Bei Unsicherheit ist es auch kein Problem, nach dem Kita verlassen, kurz anzurufen und sich zu vergewissern, dass das Kind aufgehört hat zu weinen und sich beruhigt hat. Es sollte nicht der Anspruch an die Verabschiedung sein, dass das Kind nicht weint. Schön, wenn das irgendwann klappt, aber gerade zu Beginn zeugt es doch von einer Bindung zum Elternteil und jeder Abschied tut in diesem Alter noch weh. Wichtig ist, dass das Kind sich dann von dem pädagogischen Mitarbeiter auch trösten lässt.
Die ersten Erfahrungen und Entwicklungen in der Kita
Sobald die Eingewöhnung abgeschlossen ist, beginnt für das Kind ein neuer Lebensabschnitt, der viele Chancen zur sozialen, emotionalen und kognitiven Entwicklung bietet. In der Kita lernt es, mit anderen Kindern zu spielen, Konflikte zu lösen, Regeln zu verstehen und neue Fähigkeiten zu entdecken.
Die pädagogischen Fachkräfte fördern die Kinder durch altersgerechte Angebote, kreative Aktivitäten, Bewegung und gemeinsames Lernen. Gleichzeitig wird die Selbstständigkeit des Kindes gestärkt, etwa beim Anziehen, Essen oder Saubermachen.
Tipps für Eltern in der ersten Kita-Zeit
- Geduld haben: Jeder Übergang braucht Zeit. Drängen Sie Ihr Kind nicht und respektieren Sie seine individuellen Bedürfnisse.
- Regelmäßiger Austausch: Halten Sie Kontakt zu den Erziehern, um über den Alltag und die Entwicklung Ihres Kindes informiert zu bleiben.
- Verabschiedungsrituale etablieren: Kleine Rituale schaffen Sicherheit und helfen beim Abschied.
- Offen für Gefühle sein: Nehmen Sie die Emotionen Ihres Kindes ernst und sprechen Sie darüber.
- Positive Haltung bewahren: Zeigen Sie Ihrem Kind, dass die Kita ein guter Ort ist, an dem es Spaß haben und viel lernen kann.

Fazit
Die erste Zeit in der Kindertagesstätte ist für Kinder und Eltern eine spannende und herausfordernde Phase voller neuer Erfahrungen. Mit der richtigen Vorbereitung, einer behutsamen Eingewöhnung und viel Verständnis kann dieser Übergang gut gelingen und den Grundstein für eine positive Entwicklung legen. Die Kita bietet Kindern die Möglichkeit, soziale Kompetenzen zu erlernen, ihre Persönlichkeit zu entfalten und selbstständig zu werden – wichtige Voraussetzungen für den weiteren Lebensweg. Eltern sollten daher diesen Schritt nicht nur als Abschied, sondern vor allem als Chance sehen, die ihr Kind auf seinem Weg begleitet und unterstützt.

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