Jedes Elternteil möchte natürlich nur das Beste für sein Kind, besonders wenn es um die Betreuung in einer Kindertagesstätte (Kita) geht. Ein Begriff, der dabei oft fällt und manchmal für Verwirrung sorgt, ist die „Konzeption“ der Kita. Doch was genau versteckt sich hinter diesem Begriff, und warum ist er für Eltern so wichtig? Oder eher, warum sollte diese für Eltern wirklich wichtig sein? In diesem Blog-Beitrag möchte ich Ihnen ausführlich erklären, was eine Konzeption in der Kita ist, welche Inhalte sie umfasst und wie sie Ihnen bei der Wahl der passenden Betreuungseinrichtung helfen kann. Wobei dabei wieder geschaut werden muss, ob Sie überhaupt eine Wahl haben, wo Sie ihr Kind in die Kita schicken. Doch auch, wenn Sie keinen Einfluss auf die Wahl der Kita haben, sollten Sie sich die Konzeption der Kita ihres Ortes anschauen.

Auch eine Skizze der Kita gehört in eine Kita – Thema Aufsichtskonzept

Was versteht man unter einer Konzeption in der Kita?

Die Konzeption einer Kita ist ein schriftliches Dokument, das die grundlegenden pädagogischen Leitlinien, Ziele, Werte und Methoden beschreibt, nach denen die Einrichtung arbeitet. Man kann die Konzeption als eine Art „Leitfaden“ oder „Fahrplan“ für die tägliche Arbeit mit den Kindern betrachten. Sie legt fest, wie die Betreuung, Bildung und Erziehung in der Einrichtung gestaltet werden und welche Schwerpunkte gesetzt werden.

Die Konzeption dient dabei nicht nur dem Team der Kita als Orientierung, sondern auch den Eltern, Behörden und anderen Kooperationspartnern. Sie sorgt für Transparenz und zeigt, welchen Anspruch die Kita an ihre pädagogische Arbeit hat.

Warum ist die Konzeption wichtig für Eltern?

  1. Orientierungshilfe bei der Wahl der Kita
    Die Konzeption gibt Ihnen einen guten Einblick in die Arbeitsweise der Einrichtung. So können Sie besser einschätzen, ob die Werte und pädagogischen Ansätze der Kita zu Ihren Vorstellungen und den Bedürfnissen Ihres Kindes passen.
  2. Transparenz und Vertrauen
    Wenn Sie wissen, welche Ziele und Methoden in der Kita verfolgt werden, können Sie leichter verstehen, warum bestimmte Aktivitäten oder Regeln gelten. Das schafft Vertrauen und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erziehern.
  3. Mitgestaltung und Mitwirkung
    Viele Kitas beziehen die Eltern bei der Weiterentwicklung der Konzeption mit ein. So haben Sie die Möglichkeit, Ihre Wünsche und Anregungen einzubringen und aktiv an der Gestaltung der Betreuung mitzuwirken.

Welche Inhalte umfasst eine Kita-Konzeption?

Obwohl jede Kita ihre Konzeption individuell gestaltet, enthalten die meisten Dokumente ähnliche grundlegende Punkte:

  1. Leitbild und Werte
    Hier wird beschrieben, welche grundlegenden Werte die Kita vertritt, zum Beispiel Respekt, Toleranz, Offenheit oder Nachhaltigkeit.
  2. Pädagogische Ziele und Schwerpunkte
    Welche Entwicklungsbereiche stehen im Fokus? Wie wird die Bildung und Förderung der Kinder umgesetzt? Gibt es besondere Schwerpunkte, etwa Sprachförderung, Bewegung oder musische Aktivitäten?
  3. Betreuungs- und Bildungsangebote
    Wie sieht der Tagesablauf aus? Welche Aktivitäten und Projekte sind geplant? Wie wird die Eingewöhnung gestaltet?
  4. Zusammenarbeit mit Eltern
    Wie werden Eltern eingebunden? Welche Kommunikationswege gibt es? Gibt es Elternabende oder Mitwirkungsmöglichkeiten?
  5. Team und Qualifikation
    Wer arbeitet in der Kita? Welche Qualifikationen bringen die Fachkräfte mit? Wie wird die Fortbildung der Mitarbeiter gewährleistet?
  6. Räumlichkeiten und Ausstattung
    Welche Räume und Materialien stehen den Kindern zur Verfügung? Wie ist die Kita gestaltet, um eine kindgerechte Atmosphäre zu schaffen?
  7. Umgang mit besonderen Situationen
    Wie wird mit Kindern mit besonderem Förderbedarf umgegangen? Wie sieht das Konzept für Inklusion aus? Welche Regeln gelten bei Krankheitsfällen?

Wie können Eltern die Konzeption der Kita nutzen?

  • Lesen Sie die Konzeption aufmerksam durch, bevor Sie sich für eine Einrichtung entscheiden.
  • Sprechen Sie bei Besuchen offen mit den Erziehern über die Inhalte und Ihre Fragen.
  • Nutzen Sie Elternabende oder Gespräche, um besser zu verstehen, wie die pädagogischen Konzepte im Alltag umgesetzt werden.
  • Beteiligen Sie sich, wenn es die Möglichkeit gibt, an der Weiterentwicklung der Konzeption mitzuarbeiten.

Wichtig für Sie zu wissen, ist die Tatsache, dass in Niedersachsen jede Kita eine Konzeption vorliegen haben muss. In der Regel sollte der Träger der Einrichtung auch auf die Aktualität achten. Eine Konzeption in einer pädagogischen Einrichtung kann nie fertig sein, weil sich durch Reflektion und Weiterentwicklung neue Gegebenheiten einstellen. Auch ein Kinderschutzkonzept und ein Sprachkonzept ist in der Regel Anhang an die Konzeption und muss von Ihnen als Elternteil eingesehen werden können. Häufig höre ich, dass Einrichtungen ihre Konzeption wie einen Schatz hüten und Eltern nur kurz in der Kita ein Auge hineinwerfen dürfen. Für ein solches Vorgehen gibt es keine rechtliche Grundlage, stattdessen sollte es möglich sein in Ruhe darin zu stöbern und zu lesen. Meist liegt nur ein gedrucktes Exemplar in den Einrichtungen vor, aber auch ein Versand als Mail oder als Datei auf der Kita-Homepage ist möglich.

Fazit

Die Konzeption einer Kita ist weit mehr als nur ein bürokratisches Dokument. Sie gibt Ihnen als Eltern wertvolle Einblicke in die pädagogische Arbeit und die Werte, nach denen die Einrichtung handelt. Wenn Sie die Konzeption verstehen und nutzen, können Sie besser beurteilen, ob die Kita zu Ihrem Kind passt, und aktiv an der Gestaltung der Betreuung mitwirken. So schaffen Sie gemeinsam mit den Erziehern die besten Voraussetzungen für eine glückliche und förderliche Zeit Ihres Kindes in der Kita.


Eine Antwort zu „Der Kita- Blog 3 – Die Konzeption“

  1. Avatar von Monika Schulzig
    Monika Schulzig

    Ich sehe das genau so!

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