
Nun war ich ein paar Tage im Urlaub und auch verreist. Überall sind mir kleine Kinder – Zombies begegnet. Geparkt vor kleinen Bildschirmen, damit sie ruhig und angepasst erscheinen. Doch die Frage die sich mit stellt, ist ziemlich simple. Was macht diese andauernde Berieselung mit den kleinen Gehirnen unserer Kinder? Was macht es mit den Gefühlen? Eine ständige Unterdrückung von aufkommenden Gefühlen kann auf Dauer einfach nicht gesund sein.
Wieder zurück aus dem Urlaub, gibt es eigentlich nur ein Thema. Kinder mit herausfordernden Verhalten, die in Kita – Gruppen das Zusammenleben sehr erschweren. Mitarbeitende die sich krankmelden, weil sie nicht mehr können. Kinder die immer wieder in Leitungsbüros sitzen, weil sie in der Gruppe nicht händelbar sind. Eltern die nicht einsichtig sind und die Probleme in der Kita einfach nicht nachvollziehen können.
Mit Verzweiflung suchen Kita – Leitungen und Mitarbeitende Lösungen für die vielen Probleme dieser Kinder. Doch was sind diese Probleme?
- die Kinder finden NICHT ins Spiel – häufig klagen sie über langeweile
- die Kinder gehen ständig auf Konfrontationskurs – sie brauchen die Reibung mit anderen Personen
- die Kinder können Gruppenveranstaltungen nicht gut aushalten – Morgenkreise, Singkreise, Projekte werden durch Lautstärke und Stänkern massiv gestört
- die Kinder halten sich nicht an die Regeln des gemeinsamen Zusammenlebens – ihre Bedürfnisse gehen vor
- die Kinder halten sich nicht an Regeln – auch die gängigsten werden ignoriert
- die Kinder reagieren auf Schimpfen, Ermahnen, Ansprache mit rumalbern / wegdrehen / drüber lustig machen
- die Kinder zeigen distanzloses Verhalten – jede Person wird umarmt, angesprochen, etc..
Mitarbeitende in Kindertagesstätten fühlen sich, als wenn sie in einem Brenntiegel arbeiten und immer wieder dieselben Sätze wiederholen. Die Kinder scheinen für das Zusammenleben in einer Gruppe nicht gemacht und sind immer wieder überfordert. Das andauernde Zauberwort heißt aktuell: Co – Regulation…
Liebe Eltern wir müssen back to the roots gehen und den Kindern wieder so begegnen, dass sie Kinder sein können. Für sie müssen Entscheidungen getroffen werden, sie müssen lernen wieder Bestandteil einer Gemeinschaft zu sein und sie müssen verstehen, dass sie ihre Bedürfnisse immer wieder hinten anstellen müssen.
Liebe Mitarbeitende wir müssen es hinbekommen, diesen Kindern jeden Tag eine neue Chance zu geben. Wir müssen Haltung bewahren, immer wieder ausatmen, auch mal fünf gerade sein lassen und auf keinen Fall Aussagen persönlich nehmen. Wir dürfen auch mal flapsig sein, die Kinder mit Witzen überraschen und einfach mal albern sein. Wir müssen viel Raum für Bewegung schaffen und uns nicht unnötig das Leben schwer machen.
Liebe Leitungen in Kindertagesstätten, stellt euch hinter eure Mitarbeitenden. Sie fühlen sich überfordert, sind verzweifelt und wissen einfach nicht mehr weiter. Sie haben vermutlich mit allen erlernten Mitteln versucht, diese Kinder zu begeistern. Sie haben auch mal aus dem Bauch heraus gehandelt und sie werden auch mal unpädagogisch vorgegangen sein. Ja, denn sie sind Menschen und geben ihr Bestes. Durch Versuch und Irrtum versuchen sie diese Kinder zu erreichen. In den meisten Fällen werden sie keinen Erfolg haben.
Lasst uns im Rahmen der Erziehungspartnerschaft zusammenarbeiten! Diese Kinder schreien geradezu nach Grenzen, Haltung und Struktur. Im Gegenzug aber auch nach Beziehung, Geborgenheit und Halt. Kinder mit herausfordernden Verhalten müssen gesehen und gehört werden.

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