Heute ist Rosenmontag in vielen und ich würde fast behaupten fast allen Kindertagesstätten in der gesamten Bundesrepublik. Wenn dem nicht so ist, bitte gerne eine Nachricht, damit ich erleuchtet werde, wo kein Fasching in einer Kita gefeiert wird.

Die Wochen davor
Schon ein paar Wochen vorher, beginnen die Vorbereitungen auf die große Party an Rosenmontag. Es wird ein breitgefasstes Thema bestimmt, die Kinder überlegen mit ihren Erziehern*innen wie die Gruppe gestaltet werden soll, es werden Kostüme probiert und insgesamt wird die Einrichtung sehr bunt. Je nach Ort wird es vermutlich auch noch Abstufungen geben, wie Fasching in der Kita gefeiert wird.
Krippe vs. Kita
Die Gestaltung in der Krippe findet in der Regel langsamer und vorsichtiger als in der Kita statt. Wobei es dabei auch auf die Kinder ankommt. Wenn man entweder viele ältere oder selbstbewusstere Kinder in den Gruppen hat wird es wahrscheinlich ähnlich bunt wie in der Kita. Wenn allerdings unsichere Kinder, frisch eingewöhnte oder viele kleinere Kinder in den Gruppen sind, wird es eher weniger bunt und laut werden. Die Kinder geben die Geschwindigkeit vor und es muss noch viel genauer hingeschaut werden, ob bei Kindern das Thema Fasching vielleicht Unbehagen oder Angst auslöst. Auch die Mitarbeitenden werden an Rosenmontag entweder gar nicht verkleidet sein oder nur minimale Dinge an sich verändern, die schnell wieder abgelegt werden können. Für die noch sehr jungen Krippenkindern steht Routine und Sicherheit an erster Stelle.
Kita goes wild
In der Kita sieht das ganz anders aus. Die Gruppen werden gemeinsam mit den Kindern gestaltet, häufig gibt es eine Basteleskalation und es wird wild geglitzert. Auch das Schminken hat beispielsweise einen hohen Stellenwert und auch Kinder können sich einfach mal mit entsprechenden Schminkstiften anmalen. Wichtig ist, dass immer darauf geachtet wird, dass Kinder freiwillig mitmachen und spaß an dem ganzen Brimborium haben.
Diese Gruppe hat sich beispielsweise für das „Unterthema“ Disko entschieden und die Gruppe danach gestaltet. In der Regel wird ein breit gefächertes Thema gewählt, so dass ausreichend Gestaltungsfreiraum. Hier in unserem Fall ist es „Unsere kunterbunte Welt“. Die zwei Krippengruppen haben sich gruppenübergreifend für Unterwasserwelt- und die Kita-Gruppen haben sich für „Disko“, „Märchen“ und „Jungle“ entschieden. Trotzdem bleibt die Kita grundsätzlich für die Kinder so, dass sie keine Ängste bekommen müssen und es wird immer wieder reflektiert, ob es für einzelne Kinder doch zu viel ist. Das Bedürfnis der Kinder steht immer an erster Stelle.
Höhepunkt Rosenmontag
Der Höhepunkt der Faschingszeit ist dann definitiv der Rosenmontag. Es wird in den Gruppen gemeinsam gefrühstückt. Die Eltern bringen dankenswerterweise „verrückte“ und kunterbunte Lebensmittel/Gerichte mit in die Kita und der Tag wird noch etwas lauter und bunter. Es gibt eine Polonäse, Kinderdisko und auch mal etwas Süßkram. Wie schon erwähnt in der Krippe sehr viel ruhiger und auch die früher einmal Komplettkitapolonäse wird nicht mehr durch die Krippe gemacht. Die Kinder werden schnell genug groß und können dann immer noch die wilde Variante kennenlernen.
Dauerbrenner Waffen in der Kita
Zum Schluss noch ein Dauerbrenner, der jedes Jahr zu kontroversen Diskussionen führt. Waffen in der Kita? Ja? Nein? Vielleicht?
Wir haben uns in diesem Jahr darauf geeinigt, dass Waffen die zum Kostüm gehören (Pistole beim Cowboy, Schwert beim Ritter, etc.) dabei sein dürfen. Harte Waffen wie Maschinenpistolen aber beispielsweise nicht. Im Zweifel werden sie dann auf die Garderobe gelegt und dürfen nur kurz bei der Vorstellung der Kostüme runtergeholt werden. Wir haben auch Kinder aus Kriegsgebieten in der Kita, da müssen nicht noch zusätzlich Traumata getriggert werden.
In diesem Sinne 🙂
Ich wünsche einen schönen Rosenmontag und das jeder so Fasching feiern kann wie er es möchte 😉 Und wer davon nichts wissen möchte hat hoffentlich Urlaub bekommen und kann dem Faschingstrubel aus dem Weg gehen…

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