
Irgendwie verfolgt uns das Thema Krankheiten in Kindertagesstätten das ganze Jahr. Im Winter und im Herbst etwas mehr, aber eigentlich gibt es immer irgendeine Krankheit die gerade up to date ist.
Dauerbrenner: Läuse

Ja, tatsächlich ist Läuse so ein Thema, dass das ganze Jahr immer wieder mal plötzlich aufploppt und dann leise wieder verschwindet. Hach ja, und schon beim Schreiben, dieses Absatzes muss ich mir mehrfach am Kopf kratzen… Läuse sind eigentlich keine dramatische Sache, aber uns in der Kita ärgert, dass auf so vielen Bekämpfungsmitteln drauf steht: „Einmalige Anwendung ausreichend“. Merke:
NEIN, EINMALIGE ANWENDUNG REICHT NICHT!
Vermutlich ist das ein Werbezweck, um panischen Eltern zu suggerieren, dass sie ihrem armen Kind nur einmal Chemie auf den Kopf machen müssen. *kopfkratz* Die Behandlung sollte wohl am besten zweimal stattfinden und dann auch bitte mit der passenden Anzahl an Tagen dazwischen. Mittlerweile gibt es aber auch super Websites wo man sich zum Thema Läuse, schlau machen kann.
Mangelnde Hygiene?
Bitte macht euch keine Gedanken, was die Mitarbeitenden in den Kitas denken könnten, warum euer Kind Läuse hat. Ich habe noch nie gehört, dass sich darüber der Mund zerrissen wird, oder abwertend gesprochen wird. Das ein Kind oder Erwachsener Läuse bekommt passiert und sagt nichts über den Hygienezustand im häuslichen Umfeld aus. Beim Gesundheitsamt muss jeder Läusefall gemeldet werden, aber auch darüber braucht ihr euch keine Sorgen machen. Die Daten werden aufgenommen und das war es. Ich habe es erst einmal erlebt, dass sich das Gesundheitsamt aktiv eingeschaltet hat und das war absolut wertschätzend gestaltet. Dieses eine Kind (mit wirklich langen, dicken Haaren) ist einfach den Läusebefall nicht losgeworden und es musste immer wieder gemeldet werden. Das Gesundheitsamt hat dann Mittelempfehlung ausgesprochen und die Familie telefonisch unterstützt. *kopfkratz* Leider hat am Ende nur das letzte Mittel wirklichen Erfolg gebracht. Als die Haare nur noch Kinnlänge hatten war der Läusespuk schnell vorbei.
Meldeapell
Hier also schon mal ein kleiner Apell, bitte informiert wahrheitsgetreu die Kita über den Läusebefall. Realistisch betrachtet, freut sich auch jeder Mitarbeitende, wenn die Kinder nicht direkt nach der Behandlung wieder da sind. Ja, der Gesetzgeber sagt, dass die Person direkt nach der Behandlung wieder öffentliche Einrichtungen besuchen darf, aber falls man es einrichten könnte, wäre vielleicht noch ein Kontrolltag gar nicht doof. Dies ist aber eine rein menschliche Empfehlung und natürlich kein: „Du musst das so machen.“
Aktualität: Influenza – aka Viruserkrankungen

Gerade aktuell rauscht, laut Gesundheitsamt, eine Influenza A – Welle durch die Kitas und lässt die Anzahl der anwesenden Kinder und leider auch der Mitarbeitenden rapide abnehmen. Die kranken Personen sind wirklich krank mit Fieber, Gliederschmerzen, Husten, Heiserkeit, Schnupfen und Kopfschmerzen. Teilweise sind sie auch noch zusätzlich von Übelkeit oder Durchfall betroffen. Ja, kranke Kinder gehören nicht in die Kita und natürlich unterstelle ich erst einmal jedem Elternteil, dass kranke Kinder auch nicht gebracht werden.
Plötzlich kranke Kinder
Tatsächlich ist aber aktuell das Problem, dass die Kinder morgens fröhlich in die Kita kommen und plötzlich wie umgepustet in der Ecke liegen und schlafen. Teilweise bekommen sie dann noch von jetzt auf gleich Fieber und werden innerhalb von 15 Minuten richtig krank. In dieser Intensität haben wir das selten beobachten können und machen Eltern natürlich auch keinen Vorwurf. Das ist dann so und die Kinder werden bestmöglich versorgt, bis sie von jemanden abgeholt werden. Kein Verständnis haben wir nur bei, ich nenne es mal, vorsätzlichem Verhalten. Wenn zum Beispiel ein Vorschulkind im Morgenkreis erzählt, dass es morgens schon gebrochen hat oder dass es eigentlich Fieber hat, aber schon einen Saft bekommen hat. Auch in der Krippe macht es etwas mit dem Vertrauensverhältnis, wenn beim ersten Wickeln ein Zäpfchen mit in der Windel ist, aber morgens beim Bringen betont wird, dass alles in Ordnung sei.
Der blöde Zeitversatz
Problem, bei Influenza oder Corona ist tatsächlich auch der blöde zeitversetzte Beginn der Erkrankungen. In der Regel beginnt es bei den Kinder und grassiert erst dort sehr schlimm. Wenn die Kinder dann langsam wieder in die Kita kommen, sind aber die Mitarbeitenden Betroffen. Leider führt dies immer wieder zu Unverständnis. Teilweise sehen Eltern dann nur ihr wieder gesundes Kind, dass doch sooo lange nicht in der Kita war. Einer meiner Lieblingssätze: „Nun konnten sich die Erzieher doch ne Woche ausruhen, warum sind sie denn jetzt nicht da?“ Ähm ja, was soll man darauf antworten? Auch wenn ich immer davon spreche, dass Mitarbeiter einer Kita ein Teflon-Immunstem haben, können sie offensichtlich doch krank werden. Leider ist es dann wirklich so, dass in der einen Woche viele Kinder wegen Krankheit fehlen und in der darauffolgenden Woche die Mitarbeitenden betroffen sind.
Zahlen in der Presse?
Tatsächlich ärgern mich aktuell die Zahlen in der Presse. Ja, es wird von einer Grippewelle gesprochen, aber sie ist nur etwas stärker als die Jahre davor. In meiner Wahrnehmung ist das ehrlicherweise nicht so. Mich wundert aber nicht, dass die Zahlen nicht noch deutlich höher sind. Die meisten Arztpraxen weisen Patienten mit Erkältungssymptomen ab und möchten diese nicht in der Praxis haben. Ergo, es wird auch nicht getestet, ob diese Patienten eventuell Influenza haben. Viele Eltern testen zwar mit den freiverkäuflichen Testkits, doch diese zählen logischerweise in keine Statistik. Natürlich ist klar, dass die Erhebung dieser Zahl keinerlei Auswirkung hat, aber ich bin ein Freund von validen Erhebungen. Wenn Zahlen nicht vernünftig erhoben werden, sollten auch keine Angaben von der Presse genannt werden.
Magendarm-Erkrankungen

Der Endgegner jedes Mitarbeiters in der Kita ist wohl die Magendarm“grippe“. Häufig äußern Kinder im Kita-Alter nur kurz das ihnen komisch ist oder der Bauch weh tut. Bähm, ergießt sich ein Strahl erbrochenes über den Fußboden. Manchmal läuft es auch einfach heraus und über das ganze Kind. Entschuldigt, die bildliche Darstellung, aber das ist immer wieder das täglich Brot in den Einrichtungen.
Superheld – Fachkraft
In diesen Situationen entwickeln Fachkräfte fast unmenschliche Fähigkeiten. Mit ruhiger Stimme wird das weinende Kind getröstet, über 20 andere Kinder aus dem „Gefahrenumfeld“ weg manövriert, die Eltern angerufen, Kotzpulver auf dem erbrochenen verteilt, Handschuhe angezogen und angefangen, dass Kind umzuziehen. Die Kinder warten dann, meistens mit einem Eimer auf dem Schoß, bis sie abgeholt werden. Jeder weiß wohl wie hundeelend man sich fühlt, wenn man sich übergeben hatte. Ja, Kinder stecken das meistens besser weg, aber krank können sie trotzdem sein.
Vorgaben in den Einrichtungen
Je nach Träger der Einrichtung, gibt es dann Vorgaben, wie schnell die Kinder wieder in die Kita kommen dürfen. Bei uns sind es 48 Stunden und auf diese bestehen wir auch. Wir in den Einrichtungen sind keine Ärzte und halten uns an die Vorgaben die wir haben. Die Fachkräfte können, in der Regel, auch unterscheiden, ob es ein Erbrechen aus Ekel, wegen weinen oder anderen Gründen ist. Leider ist Magendarm auch die Krankheit, die Mitarbeitende die schon lange nicht mehr so anfällig sind, meistens trotzdem bekommen. Die Virenlast scheint exorbitant hoch zu sein…
Beim nächsten Mal schauen wir uns den Umgang mit Hand- Mund- Fuß, Bindehautentzündung und Windeldermatitis an. Mit zwei der Krankheiten darf man weiterhin in die Kita kommen mit einer muss man je nach Schweregrad auch länger Zuhause bleiben. To be continued…

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